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Biodiversität in Europa: 37 Gebiete für Aufnahme in Smaragd-Netzwerk angemeldet

Pressemitteilung Bundesamt für Umwelt (www.umwelt-schweiz.ch) vom 22.10.2009

Biodiversität in Europa: 37 Gebiete für Aufnahme in Smaragd-Netzwerk angemeldet

Bern, 22.10.2009 - Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat dem Europarat 37 Biotope in der Schweiz für die Aufnahme in das europäische Schutzgebietsnetzwerk Smaragd vorgeschlagen. Ziel des Netzwerks ist die Erhaltung von Lebensräumen und Arten, die in Europa selten oder gefährdet sind.

Ein Lebensraum, eine Tier- oder eine Pflanzenart kann in einem bestimmten Land häufig vorkommen und dennoch europaweit als selten oder gefährdet gelten. Aus diesem Grund hat der Europarat im Rahmen der Berner Konvention das Smaragd-Netzwerk initiiert. Die darin erfassten Lebensräume und Arten gelten europaweit als schützens- und erhaltenswert. Jeder Staat ist aufgefordert, seine für die Biodiversität wichtigen Gebiete anzumelden und geeignete Massnahmen zu deren Erhaltung zu treffen.

In der Schweiz wurden im Rahmen einer ersten Studie über die Arten- und Lebensraumvielfalt rund 100 Gebiete identifiziert, die als «Hotspots» der Biodiversität die Kriterien des Smaragd-Netzwerks erfüllen. Am 22. Oktober 2009 hat das BAFU dem Ständigen Ausschuss des Übereinkommens über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume (Berner Konvention) in einem ersten Schritt 37 Gebiete für die Aufnahme in das Netzwerk vorgeschlagen.

Schutzmassnahmen besser koordinieren

Alle Vorschläge wurden von den jeweils betroffenen Kantonen gutgeheissen. Die angemeldeten Standorte befinden sich grösstenteils in Gegenden mit zahlreichen Schutzgebieten und umfassen in der Regel mehrere empfindliche Lebensräume, die eine Vielzahl spezifischer Arten beherbergen. Falls diese Vorschläge von der Berner Konvention genehmigt werden, können die bereits ergriffenen Schutz- und Erhaltungsmassnahmen innerhalb dieser weiter gefassten Gebiete künftig besser koordiniert werden. Die Ressourcennutzung und die Pflege der natürlichen Flächen müssen im gesamten Perimeter dieser Gebiete so erfolgen, dass die Erhaltung der Zielarten und -lebensräume gewährleistet ist. Die Kantone können noch weitere Gebiete vorschlagen.

Eine besondere Verantwortung für alpine Lebensräume

Ausgehend von den hierzulande vorkommenden prioritären Arten des Smaragd-Netzwerks - darunter die Libellenart Grosse Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) und der Italienische Springfrosch (Rana latastei) - und ihren Lebensräumen (z. B. Übergangsmoore, Caricion lasiocarpae) wurden 28 Gebiete in der ganzen Schweiz ausgewählt. Diese Standorte befinden sich mehrheitlich in tiefen und mittleren Lagen. Um jedoch der Besonderheit der Schweiz als Alpenland Rechnung zu tragen, wurden auch 8 höher gelegene Gebiete berücksichtigt. Diese beherbergen Arten, die zwar nicht zwangsläufig gefährdet sind, für die die Schweiz aber eine besondere Verantwortung trägt, so zum Beispiel die Nidwaldner Haarschnecke (Trochulus biconicus), die nur in der Zentralschweiz vorkommt, und das im Bündnerland anzutreffende Engadin-Felsenblümchen (Draba ladina), eine der beiden einzigen endemischen Gefässpflanzenarten der Schweiz. Ein weiterer Standort, nämlich das Smaragd-Gebiet Oberaargau, wurde auf Antrag der betreffenden Region und mit Unterstützung von 21 Gemeinden in 4 Kantonen vergrössert und ebenfalls in die Liste aufgenommen. 

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