EU-Kommission unterstützt UN-Weltklimakonferenz: Schaffung eines weltweiten Netzwerks für Klima-Dienstleistungen
IP/09/ 1273 Brüssel, den 3. September 2009
Kommission unterstützt UN-Weltklimakonferenz: Schaffung eines weltweiten Netzwerks für Klima-Dienstleistungen
Im Vorfeld der im Dezember dieses Jahres stattfindenden Konferenz von Kopenhagen hat die Europäische Kommission heute ihre Unterstützung für ein neues weltweites Netzwerk für Klima-Dienstleistungen angekündigt, das derzeit bei der Dritten Weltklimakonferenz (WCC-3) in Genf erörtert wird. Das von der Weltorganisation für Meteorologie (World Meteorological Organization, WMO) vorgeschlagene Netzwerk soll wissenschaftlich zuverlässigere Daten und Systeme für Klimaprognosen liefern. Es wird ein neues internationales Fundament für die Bereitstellung und Nutzung wissenschaftsbasierter Klimainformationen und –prognosen bilden.
Der für Wissenschaft und Forschung zuständige EU-Kommissar Janez Poto čnik hob hervor, wie wichtig es ist, gut auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereitet zu sein. „Der Klimawandel ist eine gemeinsame Herausforderung, die auf globaler Ebene bewältigt werden muss. Oberste Priorität hat weiterhin die Einigung auf weltweite Emissionsverringerungen. Wir wissen jedoch bereits, dass wir die Auswirkungen des Klimawandels werden mildern müssen. Dazu benötigen wir die bestmöglichen wissenschaftlichen Daten. Weltweit anerkannte Klimainformationen, Instrumente, Methoden und Modelle müssen unbedingt verfügbar sein, vor allem für die Entwicklungsländer, die wahrscheinlich am meisten unter den negativen Auswirkungen des Klimawandels zu leiden haben werden.“
Die internationale Zusammenarbeit ist von zentraler Bedeutung für die europäische Klimaforschung
Seit 2004 hat die Europäische Kommission über ihr Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung mehr als 540 Mio. EUR für über 130 klimabezogene Projekte ausgegeben. Die europäische Klimabeobachtung und -forschung ist global ausgerichtet. Daher wurden diese Projekte, die dem Verständnis des Klimawandels dienen, in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen aus rund 60 Drittländern durchgeführt. Das Siebte Rahmenprogramm läuft noch bis 2013 und wird die internationale Klimaforschung unter Beteiligung aller Kontinente weiterhin erleichtern und voranbringen. Knapp 1,9 Mrd. EUR sind im Zeitraum 2007-2013 für die Umweltforschung vorgesehen. Zusätzlich wird die Klimaforschung auch in anderen Bereichen des 7. RP wie Verkehr und Energie gefördert.
Auswirkungen des Klimawandels in aller Welt
Wissenschaftliche Schlüsselfragen und die Herausforderungen in gefährdeten Regionen rund um den Globus wurden behandelt, z. B. in Studien über die Auswirkungen des Abschmelzens der Himalayagletscher auf die Wasserresourcen Nordindiens. Andere Projekte fördern die Umweltbeobachtung in Asien und Afrika und leisten so einen Beitrag zu weltweiten Beobachtungssystemen und zum Kapazitätsaufbau in Entwicklungsländern. Weitere Themen sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserressourcen als Bedrohung für die Sicherheit in Südeuropa und angrenzenden Ländern, der Kohlenstoffkreislauf und der Wandel der Flächennutzung in Afrika, Prognosen für den Klimawandel in Subsahara-Afrika und die verbesserte Quantifizierung der Auswirkungen (weitere Einzelheiten sind der nachstehend genannten Broschüre zu entnehmen).
Hintergrund
Diese Initiative der WMO steht in Einklang mit dem Standpunkt zur Anpassung an den Klimawandel, den die EU in den Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen vertritt, und mit dem im Weißbuch der Kommission zur Anpassung an den Klimawandel (April 2009) festgestellten Bedarf. Sie wird ferner dem Forschungs- und Informationsbedarf gerecht, der in der EU-Strategie zur Unterstützung der Katastrophenvorsorge in Entwicklungsländern hervorgehoben wurde, außerdem dem Gemeinschaftsansatz zur Verhinderung von Naturkatastrophen bzw. von Menschen verursachten Katastrophen.
Weitere Informationen:
Informationen und Links zu 134 von der Europäischen Kommission finanzierten Projekten im Bereich des Klimawandels sind dem Buch „European Research Framework Programme: Research on Climate Change” (ausgearbeitet für die Dritte Weltklimakonferenz (WCC-3) und die UNFCCC Conference of the Parties (COP-15)) zu entnehmen: http://ec.europa.eu/research/environment/pdf/cop-15.pdf
WCC-3-Homepage: http://www.wmo.int/wcc3/