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EU-Parlament: Robbenjagd und Tierversuche: EU-Parlament bereitet Gesetzgebung vor

PM vom 4.5.2009


Landwirtschaft - 04-05-2009 - 20:14

Am Dienstagmittag stimmt das Europaparlament über ein Handelsverbot für Produkte ab, die aus Robben hergestellt wurden. Damit würde die EU als Absatzmarkt für die kommerzielle Robbenjagd entfallen. Die Aussprache dazu fand am Montagabend statt. Im Anschluss daran debattierten die Europa-Abgeordnete Vorschriften für Tierversuche.


Tierversuche: Jedes Jahr werden in der EU rund 12 Millionen Tiere in Labors zu Forschungszwecken eingesetzt, davon rund 10.000 Primaten. Die EU-Kommission hat im November 2008 eine Richtlinienentwurf vorgelegt, mit dem die Vorschriften über Tierversuche auf einem höheren Niveau vereinheitlicht werden sollen.
Befürworter, darunter Forscher und Pharmakonzerne, verweisen auf die Notwendigkeit von Tierversuchen auch mit Primaten, um Therapien für Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, TBC oder Multiple Sklerose zu entwickeln.
Gegner führen an, dass solche Tests zu irreführenden Ergebnissen führen könnten und halten es für ethisch fragwürdig, leidensfähige und mit dem Menschen verwandte Säugetiere zu solchen Zwecken einzusetzen.
Der Bericht des Landwirtschaftsausschusses spricht sich dagegen aus, ein Datum zu setzen, ab dem Versuche zu wissenschaftlichen Zwecken mit bestimmten Tierarten verboten werden. Dies könne u.a. desaströse Folgen für die menschliche Gesundheit und den medizinischen Fortschritt haben. Allerdings sollten strenge Auflagen die Zahl der eingesetzten Tier und deren Leid so weit wie möglich reduzieren.
Auch sollten „Versuche an Menschenaffen und in freier Wildbahn gefangenen Primaten mit sofortiger Wirkung verboten werden. Aus ethischen Gründen sowie auch im Hinblick auf den Tier- und Artenschutz“ sei es äußerst wichtig, dass auch die Versuche an direkten Nachkommen von in freier Wildbahn gefangenen Primaten schrittweise eingestellt werden, so Berichterstatter Neil Parish von den britischen Konservativen.
Gleichwohl warnt der Bericht auch vor einem Verbot von Versuchen mit bestimmten anderen Primaten-Arten, da dadurch die europäische Forschung gegenüber amerikanischen oder asiatischen Wettbewerbern benachteiligt werden würde.
Handel mit Robbenprodukten
Ebenfalls auf der Tagesordnung steht am Montagabend (ca. 21:00 Uhr) ein Einfuhr- und Handelsverbot von Produkten, die aus Robben, insbesondere deren Fellen, hergestellt werden.
Rund 900.000 Robben werden jährlich kommerziell gejagt, vor allem Kanada, Grönland und Namibia sowie Norwegen und Russland. Innerhalb der EU werden Robben noch in Schweden, Finnland und Schottland getötet, wobei dies vor allem mit dem Schutz von wichtigen Fischgründen gerechtfertigt wird.
Der vom Binnenmarktausschuss unter Federführung der britischen Liberalen Diana Wallis vorgelegte Parlamentsbericht spricht sich für ein umfassendes Handelsverbot aus. Ausgenommen werden sollen lediglich Produkte, die aus der traditionellen Jagd der Inuit (der Ureinwohner der Nordpolar-Region) stammen.
Das Handelsverbot könnte nach der Zustimmung des Parlamentsplenums innerhalb von rund zehn Monaten in Kraft treten.
Ein weiterer Bericht befasst sich mit den europäischen Schlacht-Vorschriften, die das Leiden der Tiere minimieren sollen. Berichterstatter Janusz Wojciechowski (Union für ein Europa der Nationen, UEN) wird ihn Dienstagabend im Plenum vorstellen (Abstimmung am Mittwoch).

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