GLOBAL 2000: Klimawandel bedroht Naturraum Alpen
In Tirol wird es immer heißer und die Gletscher schmelzen - Konkrete Schritte für Anpassung an den Klimawandel müssen dringend gesetzt werden.
Innsbruck/Wien (29. Juli 2008). Die Lebensbedingungen der
TirolerInnen werden sich aufgrund eines anhaltenden ungebremsten
Klimawandels dramatisch verändern. Die österreichische
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 präsentiert heute im Rahmen einer
Pressekonferenz ein alarmierendes Klimaszenario für das Bundesland
Tirol und den alpinen Raum. Eine Studie, die von Klimaforschern der
Universität für Bodenkultur für GLOBAL 2000 erstellt wurde, zeigt auf,
dass im Alpenraum die Folgen des Klimawandels verstärkt auftreten
werden. Der Alpenraum reagiert besonders sensibel auf die globale
Klimaveränderung und kann daher als „Klimafrühwarnsystem“ angesehen
werden. „Gerade im Alpenraum, wo der Klimawandel rascher als anderswo
voranschreitet, muss von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft besonders
rasch reagiert werden“, sagt Karl Schellmann, Klima- und Energieexperte
von GLOBAL 2000. „Nur wenn jetzt konsequent in die Verringerung der
Treibhausgasemissionen und in die Anpassung an die Klimaveränderung
investiert wird, kann Tirol auch in Zukunft seine Qualität als Lebens-
und Erholungsraum erhalten.“
In den nächsten Jahrzehnten werden die Jahreszeiten Sommer und
Herbst in Tirol um etwa 3 Grad wärmer. Bei einem ungebremsten
Klimawandel sind bis zum Ende dieses Jahrhunderts eine Zunahme der
Durchschnittstemperaturen von bis zu 5 °C zu befürchten. Fünf Grad mehr
klingt nach nicht viel, ist aber genau der Unterschied von der letzten
Eiszeit bis heute. Ohne Gegenmaßnahmen droht uns daher innerhalb von
Jahrzehnten eine „Heißzeit“. „Weder wir Menschen noch die Natur können
sich in so kurzer Zeit an diese Aufheizung anpassen. Gesundheitliche
Probleme, besonders für Kinder und ältere Menschen, sind zu befürchten.
Außerdem droht ein massives Artensterben im Naturraum Alpen. Der
massive Temperaturanstieg könnte das Aus für Schneehase und Murmeltier
bedeuten“, warnt Schellmann.
Gleichzeitig drohen im Sommer zunehmend Stromausfälle:
Niedrige Flusswasserstände beschränken die Stromerzeugung aus
Wasserkraft und der Betrieb von kalorischen Kraftwerken (insbesondere
auch von Atomkraftwerken) ist auf kühles Flusswasser angewiesen. Da
sommerliche Trockenperioden oft ganz Mittel- und Osteuropa betreffen,
schafft eine Importabhängigkeit zusätzliche Probleme. Ohne
Anpassungsmaßnahmen ist der Kollaps des Energiesystems vorprogrammiert.
GLOBAL 2000 fordert daher folgende Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen:
Maßnahmenprogramm zur Anpassung der Land- und Forstwirtschaft an die Klimaerwärmung
Schnelle Anpassung von Baunormen und Berücksichtigung des künftig erhöhten Kühlbedarfs
Umschichtung der Wohnbaufördermittel vom Neubau zur thermischen
Sanierung bestehender Gebäude. Völlige Streichung der
Wohnbaufördermittel ohne Energiekriterien (Sockelförderung)
Förderung innovativer Projekte und der entsprechenden Forschung & Entwicklung zur Senkung des Heiz- und Kühlenergiebedarfs
Ausweitung und Begrünung von autofreien Zonen in den Städten. Dadurch
wird der CO2-Ausstoß reduziert und es werden zusätzliche Grünflächen
geschaffen
Darüber hinaus fordert GLOBAL 2000 auf Bundesebene
ein umfassendes Klimaschutzgesetz im Verfassungsrang. „In Anbetracht
der alarmierenden Klimadaten muss die Politik endlich handeln und
Klimaschutz zum Staatsziel ernennen“, appelliert Schellmann
abschließend.
Weitere Informationen:
GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Klima- und Energieexperte: Karl Schellmann, 0699/14 2000 41
Zusammenfassung Klima-Studie
29. Juli 2008 - 118 KB
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie
Klima-Studie
29. Juli 2008 - 12,383 KB
Studie über den Tiroler Alpenraum